Features

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Wer ist Opfer?

Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (2). Gestaltung: Johannes Gelich In Zeiten von Populismus, Klimakrise, Geschlechter- und Generationenkampf geistert ein Begriff durch die einschlägigen gesellschaftspolitischen Debatten: das Opfer. In den letzten Jahren ist, so scheint es, ein regelrechter Opfermarkt entstanden: das Volk ist Opfer einer von außen gesteuerten Migrationspolitik, sagen rechte Populisten. Der Arbeitnehmer von heute ist Opfer der Profit-Interessen von Kapital, Konzernen und politischen Eliten auf dem Schlachtfeld des Neoliberalismus, sagen linke Populisten. Frauen sind Opfer von sexistischen Übergriffen in Beruf und Medien, sagen Frauenrechtlerinnen. Männer sind Opfer von blindwütigen Feministinnen, sagen Männerverbände. Dritte-Welt-Länder sind Opfer neokolonialistischer Politik des reichen Westens, sagen Globalisierungskritiker. Wachstumsideologie, Umweltzerstörung und die Ausbeutung von Ressourcen geschehen auf dem Rücken der Kinder, sagen Ökologen. Eltern werden von ihren Kindern in Altersheime abgeschoben und vernachlässigt, sagen Pensionisten-Verbände. Das Opfer, so viel steht fest, ist der wahre Held unserer Zeit. Opfer zu sein, verspricht höchste Anerkennung, erzeugt machtvolle Ansprüche und ist über jede Kritik erhaben. Doch warum und seit wann hat der Opfer-Status einen derartigen Stellenwert in der westlichen Kultur und ihren gesellschaftlichen Debatten gewonnen? Die Darbringung von Opfern gegenüber Göttern ist ein wesentlicher Bestandteil der meisten Religionen der Welt. Doch im Christentum hat sich Gott durch seine Menschwerdung bis zu seinem Tod am Kreuz selbst geopfert. Hier zeigt sich religionsgeschichtlich insofern eine Wende, als sich Jesus für die Sünden der Menschen selbst opfert und damit weitere Opfer überflüssig macht. Die Anbetung des Opfers hat im Medienzeitalter jedoch eine neue, quasi-religiöse Dimension erfahren: Das Fernsehen und eine adäquate Medien-Inszenierung leben geradezu von der Dauerpräsenz des Opfers. Von der Allgegenwärtigkeit des Opfers von Verbrechen in Kriminalfilmen bis hin zur Akkumulation von politischem Kapital durch Fernsehbilder wie 9/11: in den Medien ist längst eine Konkurrenz um die Präsenz der Opfer-Identitäten entstanden. Und auch die österreichische Identität war noch lange nach dem 2. Weltkrieg von dem Mythos geprägt, das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Doch was sind die Auswege aus diesem schädlichen, medial transportierten Opfer-Täter-Schema? Gefragt sind die Stärkung demokratischer Kräfte und die Verantwortung jedes Einzelnen, Fakten zu studieren, Lösungsansätze zu diskutieren und sich in demokratische Entscheidungsprozesse einzubringen. Nur so lässt sich dieser Regress ins Primitive unterbinden.

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Raffael Kunststar der Renaissance Renaissance-Gärten Kunstwerk aus Himmel, Erde und Wasser Das Kalenderblatt 7.4.1893 Eröffnung des Maxim"s Von Brigitte Kohn Raffael - Kunststar der Renaissance Autorin: Julie Metzdorf / Regie: Eva Demmelhuber Er ist so bekannt, dass er nicht einmal einen Nachnamen braucht: Der Maler Raffael, geboren 1483 unter dem Familiennamen Sanzio oder Santi, in dem kleinen Städtchen Urbino in den italienischen Marken. Bereits den Zeitgenossen galt er als "Gott der Malerei" und auch nachfolgende Künstlergenerationen betrachteten ihn jahrhundertelang als größten Maler aller Zeiten. Der Papst beauftragte ihn, seine Privatgemächer auszumalen, da war er gerade Mitte 20. Die reichsten unter den Kaufleuten und Bankiers warben um eines seiner Porträts. Und die Sixtinische Madonna ist nicht nur die bekannteste seiner vielen Mariendarstellungen, es ist wohl das bekannteste Marienbild der Welt überhaupt - allein die Engel am unteren Bildrand haben es bis auf Kaffeetassen und Regenschirme gebracht. Aber warum wird ausgerechnet Raffael so vergöttert? Warum wurde gerade seine Kunst zum Ideal und zur ästhetischen Norm? Steckt dahinter auch geschickte Selbstinszenierung? Alt wurde er ja nicht: Er starb 1520 mit nur 37 Jahren, sein Grab befindet sich im Pantheon in Rom. Renaissance-Gärten - Kunstwerk aus Himmel, Erde und Wasser Autorin. Christiane Büld-Campetti / Regie: Irene Schuck Die florentinischen Boboli-Gärten hinter der ehemaligen Medici-Residenz Pitti mit schattigen Baumalleen, geometrischen Zierbeeten, brusthohen Buchsbaumhecken, phantasievollen Wasserspielen und verwitterten Skulpturen gelten als herausragendes Exemplar eines italienischen Renaissancegartens. Es kam im 15. Jahrhundert in Mode, an den Rändern italienischer Städte eine Villa samt großzügigem Garten zu besitzen. Nach dem Vorbild der Antike gestaltete man sie mithilfe von Zentralperspektive, Geometrie und Proportionen und schuf ein harmonisches Miteinander von Architektur, Kunst und Natur. Waren die frühen Giardini all"italiana noch sparsam mit Bäumen, Blumen und Bänken ausgestattet, entwickelten sie sich in der Folgezeit zu wahren Kunstwerken aus Himmel, Erde und Wasser. Bis weit ins 17. Jahrhunderte behielt Italien seine Vormachtstellung bei der Gestaltung von Gartenanlagen bei und wurde dann von Frankreich abgelöst. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Ernst Jünger - Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung

Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (2). Gestaltung: Richard Brem Die Lebensgeschichte des deutschen Schriftstellers Ernst Jünger liest sich, als wäre sie von einem Romanautor erdacht worden. Einer literarischen Figur ähnlich, tauchte er stets an den Brennpunkten des 20. Jahrhunderts auf: 1914 zog er als Freiwilliger begeistert in den Krieg, kämpfte in den großen Materialschlachten an der Westfront, wurde mehrfach verwundet und kurz vor Kriegsende mit dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, dem "Pour le Mérite", ausgezeichnet. Nachdem er den Krieg als eine Art Rausch durchlebt und in Büchern auch als solchen beschrieben hatte, begann Jünger sich in den 1920er Jahren an Technik und Nation zu berauschen. Er wurde zum Wortführer eines elitären Nationalismus und entwarf 1932 mit "Der Arbeiter" seine eigene Vision einer Techno-Diktatur, die Elemente aus italienischem Faschismus und sowjetischem Bolschewismus miteinander verschmolz. Zum Nationalsozialismus hielt Jünger Abstand und veröffentlichte mit "Auf den Marmorklippen" 1939 einen Roman, der von Heinrich Böll, den Geschwistern Scholl und vielen anderen als Widerstandsparabel verstanden wurde. Auch verbrachte er den Großteil des 2. Weltkriegs im Stab des deutschen Militärbefehlshabers in Paris, wo er in engem Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli stand, aber auch Künstlern wie Picasso, Braque und Cocteau begegnete. In den 1950er Jahren war Jünger einer der ersten, die mit LSD experimentierten - in gemeinsamen Drogen-Séancen mit dem LSD-Entdecker Albert Hofmann. Die nachfolgenden Jahrzehnte verbrachte er mit zahlreichen Reisen rund um den Erdball und als scharfsichtiger Chronist einer sich rasant globalisierenden und technologisierenden Welt. Als Ernst Jünger 1998 im Alter von 102 Jahren starb, hinterließ er ein über 20-bändiges Gesamtwerk aus Essays, Romanen, Kriegsbüchern, Reisenotizen und Tagebüchern, in denen sich das 20. Jahrhundert mit allen seinen Umwälzungen und Verheerungen widerspiegelt. Das "Radiokolleg" zeichnet ein Porträt dieses vielschichtigen, widersprüchlichen und nach wie vor umstrittenen Autors.

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Der Countertenor

Die jungen Stars der Alten Musik (2). Gestaltung: Verena Gruber Andreas Scholl, Valer Sabadus, Max Cencic - drei klingende Namen, drei weltberühmte Countertenöre. Sie sind - neben einigen anderen - die Stars der Alten Musik. Egal ob sie halsbrecherische Koloraturen oder intime Arien singen, ihre Stimmen klingen glockenklar und scheint nicht von dieser Welt. Jahrzehntelang begann das Publikum zu kichern, sobald männliche Sänger in der Kopfstimme den Mund aufmachten. Heute lacht niemand mehr. Die Countertenöre haben das Erbe der Kastraten angetreten und haben viele Fans, weit über ein Fachpublikum hinaus. Die Geschichte des Countertenors geht zurück in die Urzeit der Menschheit. Die männliche hohe Stimme erklang wohl zum ersten Mal im Warnschrei des jagenden Steinzeitmenschen. Der Countertenor als Begriff tauchte hingegen das erste Mal in der Mehrstimmigkeit der europäischen Kirchenmusik auf, dort bezeichnete man den contertenor als die Gegenstimme zum Tenor. Da Frauen in Kirchenchören nicht singen durften, wurden für die Sopran -und Altlagen Falsettisten eingesetzt, also Männer, die in der Kopfstimme singen, heute nennt man sie Countertenöre. So entstand eine Gesangstradition, die vor allem in England in den traditionsreichen Kathedralschören zu einer Blüte gelangte. Auf dem Kontinent sangen im ausgehenden 16. Jahrhundert die Kastraten in der Sixtinischen Kapelle die ersten Solopartien. Viele Komponisten des Barock schrieben für die hohe männliche Stimme Opernrollen. Im 19. Jahrhundert, als der Tenor seinen Siegeszug in der romantischen Musik antrat, kam die Tradition der Countertenöre und Kastraten aus der Mode. Im 20. Jahrhundert trat Alfred Deller aus dem Schatten der englischen Chortradition und machte den solistischen Männeralt wieder salonfähig. Die Zahl der Countertenöre nahm stetig zu. Heute trifft man Countertenöre in unzähligen Barockopern, aber längst nicht mehr nur an den angestammten Plätzen der Alten Musik. Gerade zeitgenössische Komponisten haben entdeckt, dass sich mit dem Countertenor ein neues Stimmfach für die Bühne erschließen lässt. In der Radiokollegreihe "Der Countertenor" hat Verena Gruber einige der berühmten Falsettisten getroffen. Sie sprechen über die Faszination der hohen Stimme, über die schönsten Countertenor-Partien, über Akzeptanz und Ablehnung dieser Stimmlage, über neue Männerbilder und Klischees. Die vierteilige Reihe beinhaltet einen musikhistorischen Abriss, ein Porträt über den deutschen Countertenor Andreas Scholl, eine Reportage mit Jugendlichen an einem Tiroler Gymnasium, die sich auf die historischen Spuren der Kastraten und Falsettisten begeben. Im vierten Teil erzählen Nachwuchssänger und ihre Lehrer am Antonio Salieri Gesangsinstitut in Wien, wie sie sich dem Countertenor als Stimmfach nähern und sich auf die großen Rollen des Barockrepertoires vorbereiten. Exkurse über den Einsatz der Kopfstimme in der Popmusik und der zeitgenössischen Musik runden die Musikviertelstunde ab.

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Warum wir Schmuck tragen Schönheit, Reichtum, Erinnerung Tattoo, Piercing, Körperschmuck Was Haut- Zeichen sagen Das Kalenderblatt 7.4.1893 Eröffnung des Maxim"s Von Brigitte Kohn Warum wir Schmuck tragen - Schönheit, Reichtum, Erinnerung Autorin: Julie Metzdorf / Regie: Kirsten Böttcher Niemand braucht Schmuck. Und doch: alle Welt trägt Schmuck! Und zwar wirklich ALLE Welt: Es mag Völker geben, die keine Kleidung tragen, aber es gibt kein Volk, das keinen Schmuck trägt. Neuesten Forschungen zufolge schmückten sich schon die Neandertaler vor über 100.000 Jahren mit Halsketten aus gefärbten Muscheln. Heute wird Schmuck gern als überflüssiger Luxus angesehen, doch sein kommerzieller Wert ist nicht entscheidend. Interessanter ist die symbolische Bedeutung. Vom Bischofsring bis zur Anstecknadel eines Parteimitglieds, vom Ehering bis zur Bling Bling-Ästhetik amerikanischer Rapper: Schmuck zeigt den sozialen Rang und die Gruppenzugehörigkeit einer Person. Er unterstreicht aber auch die individuelle Persönlichkeit, denn es ist nun mal ein Unterschied, ob man einen dezenten Perlenohrring oder einen knallbunten Kunststoffring trägt. Schmuck ist Kommunikation. Tattoo, Piercing, Körperschmuck - Was Haut- Zeichen sagen Autorin: Sylvia Schopf / Regie: Martin Trauner Sie sind "in": Hollywood- und Popstars haben eines und selbst Banker schmücken sich inzwischen - mehr oder weniger unauffällig damit: Tattoos und Piercing sind nicht mehr tabu, sondern ein moderner Körper-Modeschmuck, mit dem man "Individualität" signalisieren will. Vorbei die Zeiten da Tätowierungen nur im Milieu der Seeleute und Kriminellen anzutreffen waren. Doch Botschaften auf der Haut - geritzt, gemalt oder tätowiert - gibt es schon sein Jahrtausenden. Bereits Ötzi, der Mann aus dem Eis, der vor mehr als fünftausend Jahren in den Alpen lebte, hatte Körperzeichen; und bis heute sind sie in vielen Kulturen außerhalb Europas fester Bestandteil der Gesellschaft wie zum Beispiel die Bemalung der Braut mit Henna in Nordafrika, der Punkt auf der Stirn in Indien, die geometrischen Muster an Händen, Füssen oder am ganzen Körper in der Südsee. Auch in der christlichen Religion gibt es Körpermarkierungen wie das Kainsmal oder die Stigmatisierung, die Wundzeichen Jesu an Händen und Füßen. Ob zur Verschönerung, als Zeichen der Zughörigkeit, aus Protest, zur Heilung, zum Schutz vor bösen Mächten - die Gründe, warum Menschen Zeichen und Botschaften auf ihrer Haut tragen sind unterschiedlichster Art. Und immer gab es auch unfreiwillige Körperzeichen wie die Tätowierung der Lagerinsassen während der NS-Zeit oder das Brandmarken von Sklaven oder Kriminellen. Moderation: Kristina Thiele Redaktion: Susanne Poelchau

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

Die Welt, die ich mir als Kind versprochen habe Begegnungen mit Norbert Gstrein Feature von Thomas David (Produktion WDR) Wenn Norbert Gstrein Romane schreibt, ist das auch der Versuch, den Zuschreibungen seiner Tiroler Herkunft zu entkommen. Der Journalist Thomas David hat den Schriftsteller deshalb in sein Heimatdorf begleitet. Geboren wurde Gstrein 1961 im österreichischen Tirol als Sohn eines Hoteliers. Aber schon in seinen beiden wichtigen Romanen "Die englischen Jahre" (1999) und "Das Handwerk des Tötens" (2003) hat sich der Schriftsteller erzählerisch weit von seiner Heimat entfernt. So spielt das erste großartig konstruierte Buch größtenteils 1940 in einem englischen Gefangenenlager, das zweite erzählt von einem Kriegsberichterstatter, der im Kosovo umgekommen ist. 2016 hat der Journalist und Literaturkritiker Thomas David den Schriftsteller in dessen Kindheitsort begleitet. Der wird auch in Gstreins gerade erschienenem Roman "Als ich jung war" zum Ausgangspunkt einer besonderen Form der "Entheimatung". Darin führt sie den Erzähler bis nach Amerika.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Der Kultur-Abend

Feature, Hörspiel, Musik Der Palast im Koffer Hip Hop, Jazz und Streichquartett

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Durchhalten! Eine Sendung voller Langeweile Von Julius Stucke (Wdh. v. 09.07.2018) Achtung! Sollten Sie ohnehin schon etwas angeödet sein, könnte diese Sendung richtig einschläfernd wirken. Sie ist voller Langeweile. Wir wollen Sie natürlich intelligent unterhalten. Aber wo Langeweile draufsteht, muss auch Langeweile drin sein. Mal ganz klein: ein öder Moment. Mal ganz groß: die existentielle Langeweile. Langeweile bei Erwachsenen und Kindern, Philosophen und Pädagogen. Vielleicht sogar als positiver Moment aus dem heraus mit neuer Energie etwas beginnt. Keine Sorge: Zu Tode langweilen werden wir uns nicht.

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Omas digitale WG Ein Feature über smarte Pflege in einer alternden Gesellschaft Von Dagmar Scholle SR 2018 "Wie Ihr das alles meistert!" Ein bewundernder Satz, der für viele der rund 1,5 Millionen pflegenden und meist auch berufstätigen Angehörigen in Deutschland zynisch klingen muss. Denn wer pflegt oder selbst zum Pflegefall wird, ist vielfach hilflos und überfordert. Ein denkbarer Weg: mehr Pflegepersonal, mehr Geld. Aber auch: mehr Technik. Mit der 2014 gestarteten Initiative "Pflegeinnovationen 2020" sollen Mensch-Technik-Interaktionen als Pflegeassistenzen vorangebracht werden. Forschung und Industrie sind in Aufbruchsstimmung, Pflege- und Gesundheitsmessen boomen. Sie finden das Feature für 12 Monate in der ARD Audiothek. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Glückauf in Tsumeb Vom Graben großer Löcher im losen Boden der Erinnerung Von Beate Ziegs Regie: die Autorin Mit: Gabriele Blum, Anian Zollner, Uta Hallant, Jörg Petzold, Julia Brabandt, Eva Maria Kurz Ton: Thomas Monnerjahn Produktion: Deutschlandradio Kultur 2013 Länge: 53"02 Die Autorin besucht das Grab ihres Großvaters in Namibia. Der Erinnerungsraum der deutschen Kolonialgeschichte sowie der eigenen Familie trifft auf lebendige Gegenwart und die Frage, wie sehr die Vergangenheit wirklich vergangen ist. Tsumeb ist eine Minenstadt im Norden Namibias, die der Familie der Autorin seit Generationen Stoff für Geschichten und Erinnerungen liefert. Es sind Geschichten von der Mutter, die dort geboren wurde. Vom Großvater, der bis zu seinem Tod 1927 in der Kupfermine arbeitete und in Tsumeb begraben ist. Fast 85 Jahre nach seinem Tod besucht Beate Ziegs als erste aus der Familie das Grab. Unweigerlich kommt es zur Konfrontation zwischen Mythos und Gegenwart, in der die Vergangenheit nicht wirklich vergangen ist - weder die des Großvaters, noch die der deutschen Kolonialzeit oder der Apartheid unter südafrikanischer Herrschaft. Beate Ziegs, geboren 1952 in Iserlohn, studierte nach ihrem Zeitungsvolontariat Soziologie und Politologie. Sie war u.a. als Fachredakteurin für den Bereich "Energie und Umwelt" sowie als leitende Stadtplanerin im Sanierungsgebiet Berlin-Kreuzberg tätig, arbeitet als Autorin und Regisseurin überwiegend für den Hörfunk. Zuletzt: "Was zu sagen bleibt, ist immer eine Wolke. Die literarischen Qualitäten kondensierten Wassers" (Deutschlandfunk Kultur 2019) und "Die Macht der Bilder. Biafra, der Bürgerkrieg und die westliche Welt" (Deutschlandfunk Kultur 2020). Glückauf in Tsumeb

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Wer ist Opfer? Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (2). Gestaltung: Johannes Gelich Ernst Jünger - Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung. Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (2). Gestaltung: Richard Brem Der Countertenor. Die jungen Stars der Alten Musik (2). Gestaltung: Verena Gruber

Montag Mittwoch